Vergiss nicht,was er dir Gutes getan hat.
Psalm 103, 2b
Unser Leben geschieht immer heute. Dringende Fragen, Aufgaben, die zu erledigen sind, Ängste, Zukunftsängste, finanzielle Sorgen, vielleicht Krankheit und sicher gibt es noch vieles mehr, was uns heute begegnen kann.
Wie gehe ich um mit dem, was mich heute trifft? Manches, was erledigt werden muss, das erledige ich. Am Besten ist es, Dinge, die man sofort erledigen kann, auch sofort zu erledigen, das macht uns am effektivsten und nimmt uns Sorgen ab.
Aber nicht alles lässt sich erledigen, dringende Fragen können nicht immer sofort geklärt werden. Die Beantwortung braucht Zeit. Finanzielle Sorgen brauchen oft noch mehr Zeit und sie können uns noch mehr plagen. Da geht es vielleicht darum, das ganze Leben umzukrempeln um eine dauerhafte Entlastung zu finden. Und Ängste, die haben oft mit dem zu tun wie wir „gebaut“ sind. Ängste gehören nun einmal zum Leben, denn auf der Erde leben bedeutet noch nicht im Himmel zu sein.
Und dann Krankheit: Sie kann uns mit der Tatsache konfrontieren, das wir eventuell nur noch ein paar Monate zu Leben haben.
Und mitten in unseren Alltag hinein sagt der Psalmist: „Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2) Auf der anderen Seite schreibt Paulus (Phil 3,13) „Ich vergesse, was dahinten ist.“ Es gibt Dinge in der Vergangenheit – die soll ich zurücklassen – weil sie nicht förderlich sind. Wenn ich aber aufgefordert werde mich an das zu erinnern, was Gott Gutes an mir getan hat, dann fördert mich das. Warum? Weil es mich ins Vertrauen zurückführt.
Die Erinnerung an Gottes Hilfe in der Vergangenheit gibt mir Zuversicht: Was Gott damals geklärt hat, wird er auch heute und in Zukunft klären
Die obigen Dinge stürmen dann genauso auf mich ein, aber ich sehe sie aus der Sicht des Vertrauens in Gottes Hilfe. Vertrauen ist so wichtig. Wirklich leben kann nur ein Mensch der Gott vertraut.
Ich denke da an eine liebe Freundin von uns. Vor ein paar Wochen hat sie erfahren das sie Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Sie hat nur noch kurze Zeit zu leben. Wir haben sie besucht. Mit ihrem Mann begrüßte sie uns fröhlich an der Wohnungstür. Das Mittagessen hatte sie uns gekocht. „Das mache ich so lange, wie ich noch kann!“ Später sagte sie: „Morgen gehe ich mit meinem Mann zum Friedhof. Da schauen wir wo ich zu liegen komme.“ Hatte sie überhaupt keine Schmerzen? „Doch, dagegen nehme ich Tabletten, noch helfen sie.“ Und ihre wichtigste Aussage: „Es geht nach Hause!“
Wie anders ist dagegen die Reaktion von einer Frau, die mir vor einigen Monaten schrieb. Ihr Mann hatte eine ganz ähnliche Diagnose wie unsere obige Freundin. „Bitte schreib bloß nicht von Krebs, das belastet nur. Wir wollen die letzten Monate ungestört leben!“ Und dann starb er und sie muss sehen wie sie damit fertig wird.
Welches Kraftpotential für unser Heute steckt doch darin, immer wieder auf das zu sehen, was Gott uns Gutes getan hat. Gott gibt uns Trost Hoffnung und Zuversicht.
HERR, erinnere mich an das, was du Gutes an mir getan hast.
Joachim Stöbis