Es gab ein paar Bücher zu Hause. Darunter waren zwei besonders dicke und dementsprechend schwere Bücher. Es war die Bibel, das alte und das neue Testament mit Bildern. Ab und zu bettelte ich bei meiner Mutter, ob ich mal wieder „bildern“ dürfe. Und mit „bildern“ meinte ich „Bibel anschauen“! Sie gab mir die Bibeln nicht so gern und ermahnte mich jedesmal, ja vorsichtig zu blättern. Mit meinen 4-6 Jahren war ich noch nicht so ein guter blätterer. Ab und zu bekam eine Seite einen kleinen Riss. Ich war glücklich, wenn ich die Bibeln anschauen durfte. Es gab so viel zu sehen.
Wie David dem Goliath den Kopf abschlug. Mose mit einem zornigen Gesicht und den beiden Tafeln in der Hand. Daniel in der Löwengrube. Jesus in der Krippe, mit Maria und Josef. So war ich in der Bibel zu Hause. Die Botschaft kam von den Bildern, aber nicht nur das, meine Eltern glaubten beide an Jesus.
Wir hatten auch noch einen kleinen Bildband, den ich öfter haben durfte: Szenen aus dem Leben Jesu. Ein Bild sprach mich besonders an. Jesus am Kreuz. Frauen standen um das Kreuz herum. Eine typische
Kreuzigungsszene. Eines Tages bin ich damit zu meiner Mutter gegangen. Ich wollte alles über die Kreuzigung wissen. Meine Mutter erklärte mir dass Jesus für unsere Sünden starb. Aber ich begriff nicht, warum man ihn ans Kreuz schlug. Ich umklammerte, bitterlich weinend, die Beine meiner Mutter und wollte mich nicht trösten lassen. Warum hatte man Jesus das angetan, er war doch unschuldig. Er hatte doch niemand Böses getan. Ich konnte nicht verstehen, dass Menschen so böse sein konnten und Jesus einfach an ein Kreuz schlugen.
Mit diesen Bildern wuchs ich auf. Und genaugenommen waren es ja nicht nur Bilder, sondern die Bilder enthielten eine gemalte Botschaft. Die Botschaft von der Sehnsucht Gottes nach uns Menschen.
Die Sehnsucht Gottes uns Menschen für Immer & Ewig in seine Gegenwart zu holen. Dafür tat Gott alles, ja dafür opferte er sogar seinen einzigen Sohn, JESUS!
Und so „bilderte“ ich mich als Kind immer wieder durch die Bibel und die Geschichten wurden mir vertraut. Was ich nicht verstand, da konnte ich zu meiner Mutter gehen und fragen. Mein Vater war ja weg um zu arbeiten, der hätte es mir auch gesagt.