Ich denke, jeder von uns hat schon ähnliche dramatische Erfahrungen mit verschlossenen Türen gemacht. Da saßen wir als Gruppe vor einer verschlossenen Klostertür im Wadi Kelt in Israel. Wir hatten einen längeren Weg in der Hitze auf uns genommen um dieses zu besichtigen, aber als wir ankamen, war gerade die Besichtigungszeit vorbei. Wir klopften an und warteten. Ob jemand öffnen würde? Und wahrhaftig: Der Mann mit dem Schlüssel kam, die Tür öffnete sich, wir konnten eintreten. Zuerst bewirtete er uns mit einer köstlich kühlen Erfrischung, dann führte er uns durchs Kloster.
Es gibt viele verschlossene Türen.
Neben der Hauptstadt Namibias, Windhoek, gibt es einen Township namens Katatura, was soviel bedeutet wie: „Der Ort, an dem wir nicht leben wollen.“ Armut ist ein Schlüssel, der den Weg in ein besseres Leben versperren kann.
Wie viele psychisch Kranke möchten heraus aus dem Gefängnis ihrer Krankheit, aber die Türen sind verschlossen. Trotz Medikamente flackert die Krankheit immer wieder auf.
Da sitzt einer unserer Ehemaligen im Gefängnis. Zwei unserer Gäste wollen ihn besuchen. Sie nehmen den Weg von 200 km auf sich, sind angemeldet. Wolfgang (Name geändert) weiß also Bescheid, dass Besuch kommt. Aber der Beamte teilt ihnen mit, dass Wolfgang sie nicht empfangen möchte, es gehe ihm sehr schlecht. So fahren sie wieder nach Hause. Es ist schlimm, wenn gleich mehrere Schlüssel Wege verschließen. Es ist als ob jemand den Schlüsselbund verloren hat. Den Schlüsselbund zum Leben.
Ein Weißer in Zentralafrika hat ein Buch über die Schwarzafrikaner geschrieben: „Der Mann mit dem Schlüssel ist gegangen.“ Ein deprimierender Titel. Doch Heinz Lettner, Missionar in diesem Gebiet, sagt: „Ich möchte diese Aussage umkehren: Der Mann mit dem Schlüssel kommt!“
Wir haben eine Hoffnung: Unser Mann – JESUS – hat versprochen wiederzukommen, er ist der Mann mit dem Schlüssel. Die Aussage: „Der Mann mit dem Schlüssel kommt!“ inspiriert mich. Sie gibt mir Hoffnung. Er wird verschlossene Türen öffnen. In Offenbarung 1,18 sagt Jesus: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“
Joachim Stöbis