Eritrea: Schiffscontainer als Gefängnis

21. März 2009

container-als-gefangnisDie eritreische Regierung unterdrückt protestantische Christen. Heute sind in diesem ostafrikanischen Küstenstaat mindestens 2907 Christen wegen ihrem Glauben hinter Gittern. Im Januar starben zwei Christen im Militärgefängnis in Mitire, das eigens zur Verwahrung von Christen erbaut worden war.

Aus dem ganzen Land werden verhaftete Christen dorthin gebracht. Doch wo sie auch inhaftiert sind, meist werden sie Opfer von schlechter Behandlung bis hin zur Folterung. Im Jahr 2002 entschied sich die eritreische Regierung, sämtliche protestantischen Gemeinden im Land zu verbieten. Bis heute starben mindestens acht Christen im Gefängnis.

Gefängnis, bedeutet in vielen Fällen das Gefangene in bereits überfüllte Container gesperrt werden.  Ohne Sanitäre Einrichtung. Ohne Fenster. Schmale Luftschlitze sind die einzige Licht- und Sauerstoffquelle . Die Container stehen in der prallen Sonne und heizen sich je nach Tagestemperatur entsprechend auf. In den Nächten kann es bitterkalt werden.  Zwei Mal täglich dürfen die Gefangenen für 10 Minuten hinaus um ihre Notdurft zu verrrichten und für die Essenausgabe. An Flucht ist kaum zu denken, weil die völlig geschwächten Gefangenen kaum die Kraft haben zu fliehen.

Trotzdem besteht Hoffnung, wie die Geschichte von Helen Berhane zeigt. Die eritreische Gospelsängerin konnte ihren Folterknechten entkommen. Heute lebt sie in Dänemark, wo sie sich eine neue Existenz aufbauen konnte. Sie erzählt:
„Eines Tages, während ich in einem Container eingesperrt war, fragte mich ein Wächter, was ich über die Haft und die Folter denke, die ich durchmache. Ich antwortete ihm, dass er wohl den Befehlen folgen müsse, die er von seinem Vorgesetzten erhalte – aber dass auch ich meine Anordnungen zu erfüllen hätte.“

Helen berichtet weiter: „Die Soldaten verprügelten mich. Mein Leib war schwarz vor lauter Prellungen. Aber ich habe meinencontainer1 Peinigern vergeben. Ich habe gebetet, dass Gott sie berührt. Heute blicke ich auf die Zeit im Gefängnis zurück, als wäre ich an einer Universität gewesen. Ich glaube, Gott hat mich zum Unterricht dorthin gesandt. Ich bin nun ein veränderter Mensch, nachdem ich diese Prüfung durchgestanden habe. Das christliche Leben ist täglich voller Kämpfe und Herausforderungen, und wenn wir uns weigern, uns ihnen zu stellen, entfernen wir uns von Gott. Es ist wichtig, darüber hinaus den Sieg zu sehen, den uns Jesus Christus verheissen hat.“

Quelle:  Open Doors


Als Atheist glaube ich wirklich, dass Afrika Gott braucht.

5. März 2009

Missionare, nicht Hilfsgelder, sind die Lösung für Afrikas
größtes Problem – die erdrückende Passivität
im Denksystem der Mensche
n

Matthew Parris – The Times (UK Newspaper), 27. Dezember 2008.

Original in englischer Sprache unter folgendem Link As an atheist, I truly believe Africa needs God.

(Übersetzung: Frank Schönbach, 03/09)

Vor Weihnachten kam ich nach 45 Jahren zurück in das Land, das ich als Junge unter dem Namen Nyassaland gekannt hatte. Heute heißt es Malawi, und The Times Christmas Appeal betreut dort auch ein kleines britisches Wohltätigkeitsprojekt. Pump Aid hilft ländlichen Gemeinden, eine einfache Pumpe zu installieren, die es den Leuten erlaubt, ihre Quellen im Dorf geschlossen und sauber zu halten. Ich fuhr dort hin, um dieses Projekt anzusehen.
Es hat mich begeistert und meinen nachlassenden Glauben an wohltätige Entwicklungshilfe-Projekte erneuert. Aber die Reise durch Malawi hat einen anderen Glauben ebenfalls aufgefrischt: einen Glauben, den ich mein ganzes Leben lang zu verbannen versuchte, aber eine Beobachtung, die ich einfach nicht schaffe, zu vermeiden, seit meiner Kindheit in Afrika. Sie verwirrt meine ideologischen Überzeugungen zutiefst, weigert sich hartnäckig, sich in meine Weltsicht einzufügen und hat meine wachsende Überzeugung, dass es keinen Gott gibt, in peinliche Verlegenheit gebracht.
Obwohl ich mich jetzt ausdrücklich als Atheist bezeichne, bin ich doch zur Überzeugung gelangt, was für einen enormen Beitrag die christliche Evangelisation in Afrika leistet: scharf zu unterscheiden von der Arbeit der säkularen NGOs [non government organizations = nicht staatliche Hilfsorganisationen], staatlichen Projekte und internationalen Hilfeleistungen. Diese alleine werden nichts nützen. In Afrika verändert das Christentum die Herzen der Menschen. Es bringt eine geistige Umwandlung. Die Wiedergeburt ist real. Die Veränderung ist gut.
Ich habe bisher gewöhnlich diese Wahrheit zu umgehen versucht, indem ich – wo es möglich war – der praktischen Arbeit der Missionskirchen in Afrika meinen Beifall ausdrückte. Es ist ein Jammer, so sagte ich, dass das Seelenheil ein Teil dieses Pakets ist, aber schwarze und weiße Christen, die in Afrika arbeiten, heilen die Kranken, lehren die Leute lesen und schreiben; und nur ein Säkularist der härtesten Sorte kann sich ein Missionshospital oder eine Schule ansehen und dann sagen, die Welt wäre besser ohne sie. Ich würde insoweit zugestehen, wenn denn nun der Glaube notwendig ist, um die Missionare zum Helfen zu motivieren, na ja, dann gut: Aber was zählt, ist die Hilfe, nicht der Glaube.
Aber das entspricht nicht den Fakten. Glaube bewirkt mehr, als nur den Missionar zu motivieren; er wird auch auf seine Schäfchen übertragen. Das ist der Effekt, der so immens viel ausmacht, und an dessen Beobachtung ich einfach nicht vorbei komme.missionar-in-afrika
Also, zuerst einmal die Beobachtung. Wir hatten Freunde, die Missionare waren, und als Kind war ich oft bei ihnen; ich hielt mich, zusammen mit meinem Bruder, auch oft in einem traditionellen afrikanischen Dorf auf dem Land auf. In der Stadt hatten wir Afrikaner, die für uns arbeiteten, und die sich bekehrt hatten und überzeugte Gläubige waren. Die Christen waren immer anders. Keineswegs wirkten diese Bekehrten irgendwie eingeschüchtert oder eingeengt, sondern ihr Glaube schien sie vielmehr befreit und entspannt zu haben. Da war eine Lebhaftigkeit, eine Neugier, ein Engagement für die Welt – eine Geradlinigkeit in ihrem Umgang mit anderen –, die im traditionellen afrikanischen Leben zu fehlen schienen. Sie standen aufrecht da.
Mit 24 Jahren verstärkte eine Landreise quer durch den Kontinent diesen Eindruck noch mehr. Von Algerien nach Niger, Nigeria, Kamerun und in die Zentralafrikanische Republik; dann mitten durch den Kongo nach Ruanda, Tansania und Kenia, so fuhren vier befreundete Studenten und ich in unserem alten Land Rover bis nach Nairobi.
Wir schliefen unter freiem Himmel, und deshalb war es wichtig, als wir stärker bevölkerte und gesetzlose Teile der Sub-Sahara erreichten, dass wir jeden Tag beim Einbruch der Nacht einen sicheren Platz fanden. Oft in der Nähe einer Missionsstation.
Immer wenn wir in ein Gebiet kamen, das von Missionaren bearbeitet worden war, mussten wir zugeben, dass sich in den Gesichtern der Leute, an denen wir vorbei kamen und mit denen wir sprachen, etwas verändert hatte: irgend etwas in ihren Augen, die Art, wie sie direkt auf einen zu kamen, Mann zu Mann, ohne nach unten oder zur Seite weg zu gucken. Sie waren gegenüber Fremden nicht ehrerbietiger geworden – in gewisser Weise sogar weniger –, aber viel offener.
Dieses Mal in Malawi war es genau das gleiche. Ich traf keine Missionare. Man begegnet Missionaren nicht in den Lobbies der teuren Hotels, wo sie Dokumente über Entwicklungsstrategien diskutieren, wie man es bei den großen NGOs erlebt. Aber stattdessen bemerkte ich, dass eine Handvoll der beeindruckendsten Mitglieder des Pump Aid-Teams (die meisten aus Zimbabwe) privat überzeugte Christen waren. „Privat“ deswegen, weil diese Wohltätigkeits-Organisation vollständig säkular ist, und ich nie bei irgendeinem aus diesem Team hörte, dass er so etwas wie Religion erwähnte, während sie in den Dörfern arbeiteten. Aber ich fing sehr wohl die christlichen Anspielungen in unseren Gesprächen auf. Einen sah ich, wie er im Auto ein Andachtsbuch studierte. Ein anderer ging am Sonntag beim Morgengrauen in die Kirche, zu einem zweistündigen Gottesdienst.
Es würde mir sehr gut passen, wenn ich glauben könnte, dass ihre Ehrlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Optimismus bei ihrer Arbeit nichts mit ihrem persönlichen Glauben zu tun hätten. Ihre Arbeit war säkular, aber ganz sicher von dem beeinflusst, was sie waren. Und was sie waren, war wiederum beeinflusst von einem Konzept über den Platz des Menschen im Universum, den das Christentum sie gelehrt hatte.
Über lange Zeit war es eine Mode bei den akademischen Soziologen im Westen, die Wertesysteme der Stämme wie mit einem Zaun zu umgeben, jenseits jeder Kritik, die sich auf unsere eigene Kultur gründet: das sind „ihre“ Werte, und deshalb das Beste für „sie“; authentisch, und grundsätzlich von gleichem Wert wie unsere.
Ich kann dem nicht zustimmen. Ich beobachte, dass der Glaube der Stämme nicht friedvoller ist als unserer; und dass er die Individualität unterdrückt. Die Leute denken kollektiv; zuerst in Begriffen der Gemeinschaft, der Großfamilie und des Stammes. Diese ländlich-traditionelle Denkweise ist der Nährboden für die Politik des „großen Mannes“ und der Gangster in den afrikanischen Städten: der übertriebene Respekt für einen aufgeblasenen Führer, und die (buchstäbliche) Unfähigkeit, die Idee einer loyalen Opposition überhaupt zu verstehen.
Ängstlichkeit – Furcht vor bösen Geistern, vor den Ahnen, der Natur und dem Wilden, der Hierarchie im Stamm, oder ganz alltäglichen Dingen – prägt tief die gesamte Struktur des ländlichen afrikanischen Denkens. Jeder Mann hat seinen Platz, und, ob man es Furcht oder Respekt nennen mag, eine große Last unterdrückt den individuellen Geist und hemmt die Neugier. Die Leute werden keine Initiative ergreifen, werden die Dinge nicht in ihre eigenen Hände oder auf ihre eigenen Schultern nehmen.
Wie kann ich, als jemand, der mit einem Fuß in beiden Lagern steht, das erklären? Wenn ein philosophischer Tourist sich von einer Weltanschauung in eine andere bewegt, bemerkt er – in dem Augenblick, wenn er in die neue eintritt –, dass er die Sprache verliert, um diese Landschaft seiner alten Welt zu beschreiben. Aber lassen Sie es mich mit einem Beispiel versuchen: Die Antwort, die Sir Edmund Hillary gab auf die Frage: Warum steigen sie auf den Berg? „Weil er da ist,“ sagte er.
Im ländlichen afrikanischen Denken wäre das eine Erklärung dafür, warum jemand den Berg nicht besteigen will. Er ist… na ja, eben da. Einfach da. Warum sollte man etwas unternehmen? Es gibt nichts, was man deswegen oder damit tun müsste. Hillary’s weitere Erklärung, – dass niemand ihn bisher bestiegen hat –, würde als ein weiterer Grund für die Passivität herhalten.
Das Christentum, nach der Reformation und nach Luther, mit seiner Lehre von einer direkten, persönlichen und zweiseitigen Verbindung zwischen dem Individuum und Gott, nicht durch das Kollektiv vermittelt, und nicht irgend einem anderen menschlichen Wesen untergeordnet, zerschmettert das philosophisch-spirituelle Bezugssystem, das ich eben beschrieben habe, vollständig. Es bietet denen, die ängstlich sind, das erdrückende Gruppendenken des Stammes aufzugeben, etwas an, an dem sie sich festhalten können. Deshalb und auf diese Weise wirkt es befreiend.
Diejenigen, die möchten, dass Afrika im globalen Wettbewerb des 21. Jahrhunderts mithalten kann, sollten sich nicht selbst zu Narren machen und annehmen, dass die Bereitstellung von Material oder sogar von Knowhow, das mit dem einher geht, was wir Entwicklung nennen, eine Veränderung auslösen werden. Ein ganzes Glaubenssystem muss zuerst ersetzt werden.
Und ich fürchte, es muss von einem anderen ersetzt werden. Wenn man aus der afrikanischen Gleichung die christliche Evangelisation heraus nimmt, wird man wohl den Kontinent einer bösartigen Verbindung von Nike, dem Zauberdoktor, dem Mobiltelefon und der Machete ausliefern. (Ende des Artikels)


Diese Augen lassen mir keine Ruhe

14. Februar 2009

madchen-mamelodieDie Augen dieses Mädchens lassen mir keine Ruhe. Wie lange wird sie noch leben? Dieses Mädchen hat Aids! Thea, eine aktive Frau auch in dieser Gemeinde, brachte es extra zu mir, als wir diese Gemeinde im Township Mamelodi bei Pretoria besuchten. Diese Augen sprechen: In diesen Augen ist keine Hoffnung, kein Lachen, keine Zukunft, da ist nur noch Not und Kummer.

Es waren noch mehr Kinder in dieser Gemeinde. kinderaugen-01Von diesem Kind hieß es: „Da sind die Eltern an Aids gestorben! Wahrscheinlich lebt sie bei den Großeltern, wir wissen es nicht genau.“ Ein Schicksal. Ich kenne nicht einmal die Namen dieser Kinder. Jetzt aus dem Abstand heraus, tritt manches in den Hintergrund aber dafür anderes um so mehr in den Vordergrund.

kinderaugen-021Dieses Kind (Foto unten) hat keine Eltern mehr. Dabei lebt der Süden Afrikas nicht in einem Krieg. Es ist einfach „nur Aids“, welches den Kindern ihre Eltern raubt. Doch Aids ist wie ein schleichender Krieg.

Viele der Schwarzen gehen nach wie vor zu ihrem Medizinmann (Sangoma). Wenn sie ihn fragen was sie tun sollen wenn sie Aids haben erhalten sie zur Antwort, dass sie mit einer Jungfrau schlafen sollten, dann wird ihre Krankheit geheilt! Was haben manche dieser Mädchen mitgemacht. Was hat dieses Mädchen durchgemacht?

Stehen wir dem völlig hilflos gegenüber? Mit vom Schlimmsten was wir erleben können ist unsere völlige Hilflosigkeit. Die Not sehen, helfen wollen und gebundene Hände haben. Aber ich will nicht auf meine gebundenen Hände schauen, wie wenn ich sie anbete; ich will auf Gott schauen und ihn anbeten. Meine Sehnsucht ist, dass diese geschundenen Kinder in Afrika wieder lachen, das sie Geborgenheit erleben, ein zu Hause erfahren in ihrer Heimat, wo die Angst vor der Gegenwart und die Angst vor der Zukunft weicht. „Herr, lass in diesen Menschenherzen Dein Licht einkehren. Herr, schick Menschen zu diesen Kindern, die helfen können.“

Joachim Stöbis


Erlebnis in GazengKulu

13. Februar 2009

Manche Leser wissen, dass unsere Tochter Mirjam mit ihrem Mann Alex und den Kindern Nathania und Joel  Aliya und Noah in Südafrika als Missionare tätig sind. Immer wieder erleben sie die Gegenwart Gottes.september-2008-032


“Während Mirjam mit unseren Kindern in Pretoria blieb, fuhr ich, Alex, für zwei Wochen nach GazengKulu (Nähe Krüger-Nationalpark) um das sogenannte ” wilde Afrika” kennenzulernen.

Ein grosses Problem für die Christen in GazengKulu (wie auch in anderen Stammesgebieten) sind die Wunderheiler/Medizinmänner. Sie versuchen mit den verschiedensten Ritualen, sogar durch Menschenopfer, die Geister ihrer Vorfahren zu besänftigen und Krankheiten zu heilen. Vom ersten Tag an merkten wir, dass den Wunderheilern unsere Anwesenheit nicht gefiel. Aber dass unser Gott unvergleichlich mächtiger als alles andere ist, haben wir durch folgendes Erlebnis besonders erfahren:

Jeden Morgen, während die anderen Kinder in der Schule waren, kam ein ca. 12-jähriger Junge zu uns. Er heißt “Happy”  und ist geistig behindert. Happy suchte bei uns Zuflucht, da er von den meisten Menschen im Dorf schlecht behandelt wurde. Wir merkten, dass Gott Happy besonders verwenden wollte und so fasteten und beteten wir einen Tag für ihn. Die Tage vergingen aber nichts passierte, doch wir beteten weiter für ihn. Zwei Tage vor unserer Abfahrt kam früh am Morgen ein kräftiger unbekannter Mann mit einen riesigen Baumstamm zu uns. Wortlos zerhackte er den Stamm für Brennholz, als ein wunderbares Geschenk an uns. Happy war die ganze Zeit dabei und half ihm. Alle unsere Nachbarn schauten neugierig zu. Als der Mann gegangen war, fragten wir eine Frau, wer das war. Sie sagte nur erstaunt: “Das war Happys Vater, ein Wunderheiler”. Gott hatte unsere Gebete beantwortet: Ein Wunderheiler war durch unser einfaches Zeugnis von Gottes Liebe berührt worden und zeigte seine Dankbarkeit an Christen.

Dass Wasser ein sehr kostbares Gut ist, hört man ja ständig, aber ich durfte es auch persönlich erleben. Jeden Tag holten wir für unser Lager eine Wassertonne, die nächste Wasserpumpe war ca. 1km entfernt. Am dritten Tag war es extrem heiss und nach ein paar Stunden waren alle Wasserstellen ausgetrocknet, doch wir brauchten dringend Wasser. Schliesslich bekamen wir einen Tipp, dass es doch noch eine volle Wasserpumpe gibt. So rannten wir so schnell wir konnten dort hin. Eine Warteschlange hatte sich schon vor uns gebildet und als wir endlich an der Reihe waren, gab es dort auch kein Wasser mehr. Wir waren ziemlich verzweifelt, schliesslich fingen wir an zu beten. Nach einigen Minuten probierte ich, Wasser zu pumpen, aber nichts passierte. Wir beteten wieder, ein Mann unterbrach uns in unserem Gebet und fragte, was wir da tun würden. Wir sagten ihm, dass wir Gott um Wasser bitten, und glauben, dass Er uns Wasser schenken wird. Der Mann schüttelte nur den Kopf und wir beteten weiter. Dann probierte ich nochmals Wasser zu pumpen. Zuerst kamen nur ein paar Tropfen, doch auf einmal schoss das Wasser heraus. Gott hatte ein Wunder getan! Ihr könnt euch das erstaunte Gesicht von dem Mann vorstellen!”


Unsere Seele ist noch in unserem Dorf!

13. Februar 2009

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Ich kann ihnen eine Geschichte von einem Missionar erzählen, der in Afrika die einheimischen Menschen missionierte. Als er merkte, dass die Menschen vom Evangelium überwältigt waren, entschloss er sich, einige von den Christen als Missionare zu den anderen Stämmen des Landes zu senden. Eines Tages musste er mit anderen überzeugten Männern mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Auf halber Strecke entschlossen sich diese Männer, nicht weiterzugehen. Er, als Europäer, verstand diese Haltung nicht. Er fing an zu schimpfen. Die Männer lachten ihn aus. Er verstand nicht, warum sie lachten. Er war voller Wut und Verwirrung, bis einer von ihnen sagte: „Lieber Herr Missionar, wir verstehen dein Ziel; aber du hast uns noch nicht verstanden. Wir haben das Evangelium angenommen; doch es ist noch weit von unserem Leben. Jetzt haben wir gemerkt, was uns betrifft, es wäre eine Schande, wenn wir weitergingen. Wir haben schon einige Kilometer hinter uns gebracht. Hier sind nur unser Wissen und Körper doch unsere Seele ist noch in unserem Dorf. Deshalb wollen wir warten, bis unsere Seele mit uns geht. Das ist der Grund, dass wir nicht weiter gehen können. Wir müssen warten bis unsere Seele kommt. Dann können wir mit ganzem Leib und ganzer Seele das Evangelium, das wir von dir gehört, weitererzählen.“ So geht es auch einigen Afrikanern, die sich Christen nennen; aber ihre Seelen sind noch in der Naturreligion zurückgeblieben.

Sind unsere Seelen mitgekommen? Sind wir bekehrt zu Christus hin? Oder ist da ein Zwiespalt? Unser Verstand ist bei Christus, gefirmt oder konfirmiert, aber unsere Seelen befinden sich noch in unserem Dorf; verwurzelt in Traditionen. Aber vielleicht ist ja auch alles in Ordnung, nur wenn es heißt loszugehen für Christus dann bleiben wir auf einmal stehen, haben Angst vor dem Weitergehen. Jesus sagt: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. (Lukas 9,62) Die obige Geschichte beweist, dass Jesus recht hat. Aber sie zeigt auch: Wir müssen nicht dabei stehen bleiben. Wir können vorwärts gehen, Jesus geht uns voran.

Joachim Stöbis


Aus: Deine Hand lag schwer auf mir

„Mein Weg zu und mit Christus“

Von: Andreas Ruben Khosa

Verlag der Ev. Luth. Mission Erlangen 1986

Erlanger Taschenbücher Band 75

Seite 185 – 186


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