Gott redet – können wir noch hören?

21. Januar 2009

Und der Herr antwortete Hiob aus dem Wettersturm und sprach: … Hiob 38,1

Gott redet auch heute: durch Naturereignisse, Lebenskrisen und vieles mehr.

Hören wir seine Stimme? Hiob verstand Gott, als dieser durch ein heftiges Gewitter mit ihm redete. Was sagt Gott uns heute? Er sagt uns wer wir sind. Wir sind Menschen. Menschen die die Dinge nicht im Griff haben. Menschen die die Natur nicht im Griff haben. Wir können noch nicht einmal das Wetter richtig vorhersagen, geschweige denn den Ablauf des Wetters bestimmen. Wie ist das mit uns? Wer hat denn Angst vor hereinstürzenden Wassermassen oder einem Sturm,lichtspiele der Dächer davonfliegen lässt? Wir Menschen. Wir laufen davon. Wir bringen uns in Sicherheit oder wenn es ganz schlimm ist, können wir darin ums Leben kommen.

Gott sagt uns wer wir sind und…er sagt uns wer er ist.

Gott hat das Wettergeschehen in der Hand. Die Jünger Jesu hatten Angst vor Wellen und Sturm, aber die Angst wurde größer, als Jesus aufstand und Wind und Wellen bedrohte und eine sofortige Stille eintrat. Da bekamen sie eine noch größere Angst vor dem, dem Wind und Wellen gehorchen.

Jesus lief nicht davon. Er hatte das Geschehen in der Hand und bestimmte seinen weiteren Verlauf.

Gott hat keine Angst, weder vor Wind und Wellen noch vor irgendeinem Sturm. Gott läuft nicht davon. Gott muß sich nicht in Sicherheit bringen. Er bleibt der Bestimmende in und über allem Geschehen.

Wenn das so ist: Dann gibt uns das Trost, denn ihm entgleitet nichts.

Dann sagt mir das aber auch, daß es voll daneben ist, wenn wir uns wie die Götter aufspielen. Davonlaufende Götter, die Angst haben vor Wellen und Sturm, das gibt kein gutes Bild ab. Also kehren wir lieber zu dem zurück was wir sind! Menschen – mehr nicht. Das heißt für mich: Demütig sein vor dem, der mein Schöpfer ist.

Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Offenbarung 3,20

Joachim Stöbis


Gottes Auswahlkriterium ist Liebe

21. Januar 2009

barmherziger-samariter

Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Römer 8, 34

Aber was hat Jesus für eine Kämpfertruppe? Welche Menschen finden wir im Wort Gottes? Schwache, Mutlose, Wegläufer, Versager: Elia lief vor Isebel weg, Petrus verleugnete Jesus, David brach die Ehe, und als Jesus seine Jünger besonders gebraucht hätte, liefen sie alle weg. Man kann das sicher beliebig erweitern bis in unsere Gegenwart. Ich brauche mich nur selber hier anhängen. Jesu Kämpfertruppe ist keine “preußische Armee”. Jesu Kämpfertruppe wird nicht ausgewählt nach irdischen Maßstäben, sie sind durch die Bank alles “beschädigte Ware”! Blinde, Lahme, Krüppel, Versager, eben: beschädigte Ware. Das Kriterium nach dem er aussucht ist: Liebe!

Gott kämpft nicht mit irdischen Mitteln, darum sucht er sich die Kraftlosen aus und erweist an ihnen und durch sie seine Stärke. Sind wir nicht manches Mal Komapatienten vergleichbar? Was kann schon ein Komapatient zu seiner Wiederherstellung tun? Nichts. Er ist ganz auf die Hilfe seiner Helfer angewiesen. So kennt Jesus unsere Ohnmacht und vertritt uns. Wir selber brauchen nichts zu bringen, alles kommt von ihm.

Eine Geschichte (Quelle unbekannt): Wenn ich am letzten Tag der Welt, wenn ich am Jüngsten Gericht vor den Thron Gottes treten muss und er mich fragt:

“Wer bist du?”, dann wird, noch ehe ich den Mund auftun kann, der Verkläger statt meiner antworten und sagen: “Herr, ich habe die Chronik seiner Vergangenheit in meiner Hand. Hier ist die Liste der Heimlichkeiten in seinem Leben, von denen kein Mensch weiß. Hier sind die Worte, mit denen er verleumdete, weh tat und tötete. Hier ist aufgezeichnet, wo er geschwiegen und nichts unternommen hat, als sein Nächster auf ihn wartete. Dies, Herr, ist ein Psychogramm seiner Eifersüchte, seines Hasses, seines Neides und seiner Gier. Das war es; Herr, das ist seine Vergangenheit, so wie nur ich sie kenne und keiner seiner Mitmenschen, vor denen er Theater gespielt hat. Das ist er, weil das seine Vergangenheit ist.”

Wenn der große Verkläger so gesprochen hat, wird ein Wunder geschehen. Dann sagt Gott, der Gerichtsherr des Jüngsten Tages:

“Hör auf mit deinen Attacken! Wenn ich frage, wer dieser ist, dann will ich gar nicht wissen, was er getan hat, denn alles Versagen in seiner Vergangenheit ist durch meinen Sohn Jesus Christus durchgestrichen worden.”

Joachim Stöbis


Erlöser aus Liebe

21. Januar 2009

aliceIch bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. 2.Mose 20,2

Wir feierten miteinander das Passahfest am Adelsmayrhof. Alice R. Naumoff, eine messianische Jüdin aus Israel, erklärte uns den Sinn dieses Festes und schilderte uns Gott als unseren liebenden Schöpfer und Erlöser. Dazu erzählte sie eine Geschichte von ihrer Katze:

„Ich liebe Katzen! Eines Tages, ich war gerade dabei einen Brief zu schreiben, spielte meine Katze mit einem Wollknäuel, aber dieses Mal lief es anders als sonst: sie fing an sich zu verstricken. Je mehr sie sich bemühte, die Fäden loszuwerden, um so mehr wurde sie darin verfangen. Das ging so lange, bis sie sich nicht mehr bewegen konnte.

Wir Menschen geraten auch in Verstrickungen und je mehr wir uns bemühen herauszukommen, um so schlimmer wird es oft und dann denken wir: „Ich bin ja selbst schuld. Ich habe mich hinein manövriert und jetzt muss ich zusehen, wie ich wieder herauskomme!“

Wir meinen, die Verstrickung gehört zu uns wie ein Teil unseres Körpers. So schweigen wir und denken, wir haben es verdient unsere eigenen Gefangenen zu sein.

Katzen sind da anders. Als es für meine Katze kein vor und zurück mehr gab, miaute sie und da entdeckte ich, was sie gemacht hatte. Mit der Schere befreite ich sie von den Verstrickungen. Meine Katze war wieder frei. Die Wolle gehörte nicht zu ihr, sie war etwas Fremdes.

Diese Geschichte wurde für mich ein nachhaltiges Beispiel für Gottes Wesensart: Er ist der Erlöser, ja, er kann gar nicht anders. Er steht im übertragenen Sinn mit der großen Schere da, um uns von der Verstrickung zu befreien. Ja, wir können durch Jesus Christus ohne Schuld vor Gott stehen.

Und selbst wenn meine Katze meinen Lieblingspullover auseinander genommen hätte und sich darin verstrickt hätte, ich würde sie weiter lieben und sie befreien, weil sie meine Katze ist. Ich erlöse sie, weil ich sie liebe. Egal was sie tun würde, ich würde sie immer lieben.

Gott ist unser Erlöser aus Liebe. Diese Katzengeschichte hat mir gezeigt wie Gott ist. Sein ganzes Sehnen besteht darin mich zu befreien, auch wenn ich seinen „Lieblingspullover“ zerstört hätte! Er möchte uns erlösen, weil er uns liebt.

Darum: Dulde Verstrickungen nicht als einen Teil deines Lebens. Sie sind außerhalb von uns. Sie gehören nicht zu uns. Der Erlöser kam, um uns aus dieser Sklaverei zu befreien.“

passahAufgeschrieben von Joachim Stöbis


Im stockfinsteren Tunnel

21. Januar 2009

sizilien-sonnenuntergangUnd ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Psalm 23,4

Es war auf einer Wanderung im südlichen Sizilien. Hier gibt es viele Cavas (Schluchten). Wir beschlossen, eine dieser Schluchten zu durchwandern. Der Weg war gut ausgebaut, denn man hatte eine ehemalige Bahntrasse zum großzügigen Wanderweg umfunktioniert. Wir wussten: Auf dieser Strecke gibt es mehrere Tunnel.

Einige dieser Tunnel hatten wir nun schon durchschritten. Dann kam einer mit einer Länge von fast 300 Metern. Da der Tunnel eine längere Schleife machte wurde es bald stockfinster. Es war absolut nichts mehr zu sehen. Wir tasteten uns vorwärts und einige verloren bald völlig die Orientierung. War vorne etwa hinten? Gingen wir zurück oder vorwärts? Obwohl wir acht Personen waren, war die Situation unheimlich.

Da kam die Stimme von Gottfried. Er hatte sich nicht beirren lassen und war im Dunklen unbeirrt weitergegangen. Er war mit einem Stock in der Hand immer an der Tunnelwand entlang vorwärts gegangen. Er rief: “Ich sehe wieder Licht.” Seine Stimme gab uns Orientierung. Jetzt wussten wir wieder, in welche Richtung es ging. Wir mussten noch ein Stück völlig im Dunkeln weitergehen, aber dann konnten wir selber das Dämmerlicht des Ausgangs erkennen. Bald schien die Sonne wieder hell auf uns herab.

Beim Rückweg machte ich es wie Gottfried zuvor. Ich ging als erster mit einem langen Bambusstecken voran und die Nachfolgenden legten ihre Hand auf die Schulter des Vordermannes. Jetzt hatte niemand mehr Angst und keiner verlor mehr die Orientierung. Mit diesem Stecken wussten wir wo es lang ging.

David muß eine ganz ähnliche Erfahrung mit Gott gemacht haben. Mitten in dem stockdunklen Tal seines Lebens, dem Tal der Orientierungslosigkeit, der Unsicherheit, des verzagt seins, der Angst, war Gott da. Im übertragenen Sinn legte David seine Hand auf Gottes Schulter, das gab ihm Sicherheit.

Gottes Wort, Gottes Zusagen, seine Verheissungen, waren ihm Orientierung in orientierungslosen Zeiten. Sein Wort war der Stab, sein Geist der, der ihn an Gottes Zusagen erinnerte.

Sind nicht die mutmachenden Erfahrungen Anderer auch unsere Mutmacher?

Joachim Stöbis


Gott ist immer treu

18. Januar 2009

eheringe

Es ist erstaunlich was man alles findet, wenn man sich überlegt was und wie Gott ist.

Da ist zum Beispiel seine  TREUE! „So sollst du wissen, dass der Herr, dein Gott allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis in die tausendste Generation hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.“ 5. Mose 7,9

Inspiriert von diesem Vers, habe ich mich ans Rechnen gemacht: Wenn ich eine Generation mit dem Mittelwert von 25 Jahre zähle – dann sind das in 10 Generationen 250 Jahre, in 100 Generationen bereits 2.500 Jahre, und in 1.000 Generationen – die nicht fassbare Zahl von 25.000 Jahren! Wem macht Gott dieses Versprechen mit den 1.000 Generationen? Seinem Volk Israel -  und dort zählt man jetzt das Jahr 5766, und das sind gerade mal 230 Generationen.
Aber was heißt „gerade mal“? -  230 Generationen hat Gott seinem Volk schon die Treue gehalten: Wie versprochen hat er sie 1948 ins Gelobte Land zurückgeführt und durch welche Zeiten! Gott hat den Hass, den die Welt auf ihn hat, seinem Volk zugemutet zu tragen. Sehr harte Zeiten! Aber egal was noch kommen wird, Israel – und im übertragenen Sinn: alle, die an Ihn glauben werden -  wird Gott zum Ziel führen.
1.000 Generationen: Ich persönlich glaube nicht, dass jemals diese Generationenzahl auf der Erde erreicht wird. Der Weg, den die Menschheit eingeschlagen hat, deutet wohl auf ein schnelleres Ende hin.
„1.000 Generationen“ heißt aber für mich soviel wie „IMMER TREU“! Mein Gott ist mir bis ans Ende treu.

Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.
2. Timotheus 2,13

Joachim Stöbis


Neuausrichtung

8. Januar 2009

Neuausrichtung ist notwendig wenn etwas aus der Richtung gekommen ist. Solange es sich um das Geraderichten eines alt gewordenen Gartenzaunes handelt geht das ja noch, wenn aber in unserem Leben etwas aus der Richtung gekommen ist, dann wird es schon schwieriger

Jeder von uns braucht Neuausrichtung. Selbst wiedergeborene Christen benötigen sie, denn nach aller christlichen Sonntagsbegeisterung kommt für uns immer wieder der Montag an dem die Zeit des Hochgefühls vorbei ist.

Montag ist Alltag, arbeiten in dergleichen Firma, am bekannten Arbeitsplatz, mit denselben Kollegen.

Aber der Alltag kann nicht nur in den „weltlichen“ Dingen Alltag sein: Stille Zeit, Bibelstunde, Chor, Gottesdienst. Selbst die geistlichen Dinge wiederholen sich. Selbst der Sonntag kann zum Alltag werden. Da besteht die Gefahr müde zu werden. Wenn man müde wird, feiert der alte Adam seine Auferstehung. Da gewinnen die Dinge Macht, die früher unser Leben bestimmt haben. Gott kennt uns. Er kennt unseren Hang zur Trägheit.

Weil Gott uns kennt, darum sagt er in Hebräer 12, 12: Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Knie. Was soviel heisst wie: Nehmt eure Verantwortung wieder neu wahr, denn ihr seid nicht Christen für euch selbst.

Wir alle haben Aufgaben, eine dieser kann Mission bedeuten: „Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker!“ sagt Jesus seinen Jüngern. Und wer in Gottes Wort schaut wird noch weitere Aufgaben entdecken.

Eine Neuausrichtung kann bedeuten das Gewohnte in Frage zu stellen: Ist der Platz an dem ich jetzt stehe noch der Richtige? Es kann bedeuten das Bisherige liegen zu lassen und wie ein Petrus die Fischerei an den Nagel zu hängen, um Jesus nachzufolgen.

Joachim Stöbis


Folgenschwere Kleinigkeit

7. Januar 2009

oelkrug01By Joachim Stöbis

Vor einigen Tagen wollte ich mein Autoradio ausbauen. Ich hatte mir vorsichtshalber eine ganze Reihe Schraubenschlüssel bereit gelegt. Als ich mit der Arbeit begann stellte sich heraus, dass der richtige Schlüssel nicht dabei war. Zehner, elfer, dreizehner und vierzehner hatte ich, aber der Zwölfer fehlte mir. Nun zwischen einem elfer und zwölfer Schlüssel ist kein großer Unterschied; aber doch wiederum so groß, dass man mit einem elfer Schlüssel keine zwölfer Schraube öffnen kann. Eine Kleinigkeit mit großen Folgen.

Jesus spricht in dem Gleichnis von den 10 Jungfrauen (Matthäus 25,1-13) auch von einer „folgenschweren Kleinigkeit“. Zehn Jungfrauen waren zu einer Hochzeit eingeladen und warteten auf das Kommen des Bräutigams. Weil in Israel die Hochzeiten nachts durchgeführt werden wegen der großen Hitze, nahmen sie alle ihre Öllampen mit und gingen dem Bräutigam entgegen. Weil dieser aber lange ausblieb wurden alle müde und schliefen alle ein. Als er dann endlich kam, standen alle auf. Alle machten ihre Lampen fertig. Aber dann begann das Problem, denn fünf hatten vergessen Öl mitzunehmen. Ihre Lampen waren bereits erloschen. So konnten sie den Bräutigam natürlich nicht begleiten, sondern mussten zurückgehen um Öl zu kaufen. Als sie dann verspätet zur Hochzeitsfeier kamen, wurden weitere Gäste nicht mehr eingelassen. Die Tür blieb für sie zu.

Eine folgenschwere Kleinigkeit. Wenn man bedenkt das Jesus mit dem Gleichnis das Hochzeitsmahl bei Gott im Himmel meint. Den Eintritt zu diesem Hochzeitsmahl erhält man hier auf der Erde mit seiner Entscheidung für ein Leben mit Jesus. Die Teilnahme an kirchlichen Traditionen hilft uns nichts. Es geht um das HABEN WENN ES DRAUF ANKOMMT. Es ist schlimm wenn man nicht hat und vom ewigen Leben ausgeschlossen bleibt.

Joachim Stöbis


Der Käfer

7. Januar 2009

Es war in Namibia. Wir gingen einen dieser sandigen Farmwege entlang und entdeckten einen großen schwarzen Käfer. Ganz friedlich saß er da so dass wir ihn fotografieren konnten. Wir setzen unseren Spaziergang über das Farmgelände fort. Besuchten die Familie eines schwarzen Farmarbeiters und gingen den Weg zurück. Wir kamen an die Stelle des Käfers und was war da? Der Käfer saß noch genauso da wie vorher. Komisch. jemand sagte: „Der ist ja tot!“ und tatsächlich, der Käfer war tot. Er rührte sich nicht.

Jemand anderes sagte: „Ja Tote bewegen sich nicht, die bleiben auf derselben Stelle, die kommen nicht vorwärts!“ So ist es. Auch tote Christen – ist ein Widerspruch in sich selber – kommen nicht vorwärts. Die machen vielleicht mit, wie ein dressierter Hund mitmacht, aber vorwärts kommen sie nicht. Tragisch, denn sie schauen so lebendig aus, wir unser Käfer am Wegesrand. Aber sie bewegen sich nicht. Sie bleiben auf der Stelle stehen.

Tragisch.

Joachim Stöbisdsc01023


Der Mann mit dem Schlüssel kommt

7. Januar 2009

schlusselbund-02

Ich denke, jeder von uns hat schon ähnliche dramatische Erfahrungen mit verschlossenen Türen gemacht. Da saßen wir als Gruppe vor einer verschlossenen Klostertür im Wadi Kelt in Israel. Wir hatten einen längeren Weg in der Hitze auf uns genommen um dieses zu besichtigen, aber als wir ankamen, war gerade die Besichtigungszeit vorbei. Wir klopften an und warteten. Ob jemand öffnen würde? Und wahrhaftig: Der Mann mit dem Schlüssel kam, die Tür öffnete sich, wir konnten eintreten. Zuerst bewirtete er uns mit einer köstlich kühlen Erfrischung, dann führte er uns durchs Kloster.

Es gibt viele verschlossene Türen.

Neben der Hauptstadt Namibias, Windhoek, gibt es einen Township namens Katatura, was soviel bedeutet wie: „Der Ort, an dem wir nicht leben wollen.“ Armut ist ein Schlüssel, der den Weg in ein besseres Leben versperren kann.

Wie viele psychisch Kranke möchten heraus aus dem Gefängnis ihrer Krankheit, aber die Türen sind verschlossen. Trotz Medikamente flackert die Krankheit immer wieder auf.

Da sitzt einer unserer Ehemaligen im Gefängnis. Zwei unserer Gäste wollen ihn besuchen. Sie nehmen den Weg von 200 km auf sich, sind angemeldet. Wolfgang (Name geändert) weiß also Bescheid, dass Besuch kommt. Aber der Beamte teilt ihnen mit, dass Wolfgang sie nicht empfangen möchte, es gehe ihm sehr schlecht. So fahren sie wieder nach Hause. Es ist schlimm, wenn gleich mehrere Schlüssel Wege verschließen. Es ist als ob jemand den Schlüsselbund verloren hat. Den Schlüsselbund zum Leben.

Ein Weißer in Zentralafrika hat ein Buch über die Schwarzafrikaner geschrieben: „Der Mann mit dem Schlüssel ist gegangen.“ Ein deprimierender Titel. Doch Heinz Lettner, Missionar in diesem Gebiet, sagt: „Ich möchte diese Aussage umkehren: Der Mann mit dem Schlüssel kommt!“

Wir haben eine Hoffnung: Unser Mann – JESUS – hat versprochen wiederzukommen, er ist der Mann mit dem Schlüssel. Die Aussage: „Der Mann mit dem Schlüssel kommt!“ inspiriert mich. Sie gibt mir Hoffnung. Er wird verschlossene Türen öffnen. In Offenbarung 1,18 sagt Jesus: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“

Joachim Stöbis


Kraft für Heute

7. Januar 2009

Vergiss nicht,was er dir Gutes getan hat.

Psalm 103, 2b

Unser Leben geschieht immer heute. Dringende Fragen, Aufgaben, die zu erledigen sind, Ängste, Zukunftsängste, finanzielle Sorgen, vielleicht Krankheit und sicher gibt es noch vieles mehr, was uns heute begegnen kann.

Wie gehe ich um mit dem, was mich heute trifft? Manches, was erledigt werden muss, das erledige ich. Am Besten ist es, Dinge, die man sofort erledigen kann, auch sofort zu erledigen, das macht uns am effektivsten und nimmt uns Sorgen ab.

Aber nicht alles lässt sich erledigen, dringende Fragen können nicht immer sofort geklärt werden. Die Beantwortung braucht Zeit. Finanzielle Sorgen brauchen oft noch mehr Zeit und sie können uns noch mehr plagen. Da geht es vielleicht darum, das ganze Leben umzukrempeln um eine dauerhafte Entlastung zu finden. Und Ängste, die haben oft mit dem zu tun wie wir „gebaut“ sind. Ängste gehören nun einmal zum Leben, denn auf der Erde leben bedeutet noch nicht im Himmel zu sein.

Und dann Krankheit: Sie kann uns mit der Tatsache konfrontieren, das wir eventuell nur noch ein paar Monate zu Leben haben.

Und mitten in unseren Alltag hinein sagt der Psalmist: „Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ (Psalm 103,2) Auf der anderen Seite schreibt Paulus (Phil 3,13) „Ich vergesse, was dahinten ist.“ Es gibt Dinge in der Vergangenheit – die soll ich zurücklassen – weil sie nicht förderlich sind. Wenn ich aber aufgefordert werde mich an das zu erinnern, was Gott Gutes an mir getan hat, dann fördert mich das. Warum? Weil es mich ins Vertrauen zurückführt.

Die Erinnerung an Gottes Hilfe in der Vergangenheit gibt mir Zuversicht: Was Gott damals geklärt hat, wird er auch heute und in Zukunft klären

Die obigen Dinge stürmen dann genauso auf mich ein, aber ich sehe sie aus der Sicht des Vertrauens in Gottes Hilfe. Vertrauen ist so wichtig. Wirklich leben kann nur ein Mensch der Gott vertraut.

Ich denke da an eine liebe Freundin von uns. Vor ein paar Wochen hat sie erfahren das sie Bauchspeicheldrüsenkrebs hat. Sie hat nur noch kurze Zeit zu leben. Wir haben sie besucht. Mit ihrem Mann begrüßte sie uns fröhlich an der Wohnungstür. Das Mittagessen hatte sie uns gekocht. „Das mache ich so lange, wie ich noch kann!“ Später sagte sie: „Morgen gehe ich mit meinem Mann zum Friedhof. Da schauen wir wo ich zu liegen komme.“ Hatte sie überhaupt keine Schmerzen? „Doch, dagegen nehme ich Tabletten, noch helfen sie.“ Und ihre wichtigste Aussage: „Es geht nach Hause!“

Wie anders ist dagegen die Reaktion von einer Frau, die mir vor einigen Monaten schrieb. Ihr Mann hatte eine ganz ähnliche Diagnose wie unsere obige Freundin. „Bitte schreib bloß nicht von Krebs, das belastet nur. Wir wollen die letzten Monate ungestört leben!“ Und dann starb er und sie muss sehen wie sie damit fertig wird.

Welches Kraftpotential für unser Heute steckt doch darin, immer wieder auf das zu sehen, was Gott uns Gutes getan hat. Gott gibt uns Trost Hoffnung und Zuversicht.

HERR, erinnere mich an das, was du Gutes an mir getan hast.

Joachim Stöbis


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.